| Taranto (Tarent)
ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und nicht erst
seit kurzem eine Metropole (Karte).
Bereits vor 2.500 Jahren hatte die ursprünglich 706 v. Chr.
von Kolonisten aus Sparta gegründete Stadt 300.000 Einwohner,
etwa 60.000 mehr als heute!
Taranto, einst ein Zentrum der antiken Welt, ist heute
eine Hafen- und Industriestadt mit Licht, aber leider auch
viel Schatten. Gigantische Industrieanlagen im Nordosten
haben die Stadt im Griff und der Restaurierungsbedarf in der
Altstadt ist immens.

Die Lage Tarantos jedoch ist einzigartig: Die Altstadt
erstreckt sich auf einer Insel zwischen zwei natürlichen,
vom offenen Meer abgeschirmten Wasserbecken, dem
landeinwärts gelegenen Mare Piccolo und dem auf der
Meerseite gelegenen Mare Grande. Die Altstadt betritt man
über eine Drehbrücke, die den bereits 1481 eröffneten
Schiffahrtskanal überquert und die heruntergekommene
Altstadt mit der gepflegten Neustadt verbindet. Die Einfahrt
des Kanals wird durch das ebenfalls aus dieser Zeit
stammende mit vier Rundbastionen bewehrte Kastell bewacht.
Es wird heute von der Marine genutzt und ist wohl das
beliebteste Postkartenmotiv der Stadt. Der wichtigste Grund,
Taranto einen Besuch abzustatten, ist aber das
Archeologische Museum in der Neustadt. Es beherbergt den
berühmten Goldschatz von Taranto, eine einmalige
Sammlung von kostbaren antiken Schmuckstücken.

Das Hinterland von Taranto besticht durch
einzigartige Landschaft und ausgefallene Sehenswürdigkeiten.
Nur 35 km nördlich von Taranto liegt ein Beispiel dafür:
Pompöse Barock-Palazzi und verspielte Rokkokofassaden aus
dem 18. Jh. prägen die adrette Provinzstadt
Martina
Franca (45.000 Einwohner) am Rand des
Itria-Tals.
Durch die barocke Porta di Santo Stefano gelangt man in
die Altstadt und auf die perfekt angelegte, dreieckige
Piazza Roma. Hier steht auch der imposante Palazzo Ducale.
Der Palast besitzt über 350 teils freskenverzierte Räume und
beherbergt heute das Stadtparlament. Von der Piazza Roma
gelangt man auf die enge, durch üppige Barockfassaden
gesäumte Flaniermeile Corso Vittorio Emanuele. †ber sie
erreicht man die Kathedrale San Martino mit ihrer überreich
geschmückten, spätbarocken Fassade, deren Hochrelief St.
Martin, den Namensgeber der Kathedrale, reitend darstellt.
Wenige Meter weiter beginnt an der schönen, halbrunden und
von Arkaden gesäumten Piazza Maria Immacolata die Via
Cavour, die schönste Barockstrasse der Stadt. Doch auch
Abstecher in das verschlungene Netz der gepflasterten
Altstadtgassen lohnen sich, denn überall gibt es
beeindruckend schöne und gepflegte Häuser, Paläste und
Kirchen zu entdecken. Inmitten der schšnen Altstadt liegt
auch das geschmackvolle
Trullo
Casa Rosa, eine gute Ausgangsbasis fŸr Ihren
Urlaub in der Provinz Taranto.

Nur wenige Kilometer östlich von Taranto liegt
Grottaglie. In die Cittˆ delle Ceramiche kommt man
hauptsächlich, um Keramik zu kaufen. Die über 50 Töpfereien
des 31.000 Einwohner zählenden Städchens produzieren alles,
was das Herz des Keramikliebhabers erfreut: Krüge, Vasen und
Teller, Traditionelles, Kunst und Kitsch. Im Quartiere delle
Ceramiche Camenn'ri unterhalb des Kastells und früheren
Bischofspalastes liegen die meisten der Keramikwerkstätten.
Das Töpferviertel, das seinen Ursprung im 14.Jh. hat, lädt
zum Bummeln ein. Hier kann man den Künstlern bei der Arbeit
über die Schultern schauen.
Massafra, das wegen seiner tiefen Schlucht, die
Alt- und Neustadt voneinander trennt, und wegen seinen
vielen mit Fresken geschmückten Höhlenkirchen aus dem 10.
bis 14. Jh. berühmt ist, liegt nur etwa 15 km nordwestlich
von Taranto. Rund um das 8 km nordwestlich davon befindliche
Mottola findet man viele weitere Höhlenkirchen. In
das etwa 14 km westlich von Mottola gelegene Castellaneta
kommen Touristen nicht nur wegen der spektakulären Canyons.
Die "Stadt der drei Schluchten" ist nebenbei auch Geburtsort
des Stummfilmstars Rodolfo Valentino, dem hier ein Museum
gewidmet ist.
Noch weiter westlich liegt die mit 10 Kilometern Länge,
einer Breite von bis zu 500 Metern und einer Tiefe von bis
zu 200 Metern grö§te Schlucht Apuliens: die Gravina di
Laterza. Leider werden Führungen in die unwegsame
Schlucht bislang nicht angeboten.
Bereits in der Basilikata, kurz hinter der nordwestlichen
Provinzgrenze von Taranto, liegt die höchst malerische Stadt
Matera (57.000 Einwohner).
Die Haupstadt der Provinz Basilikata liegt über einer
tiefen Schlucht. An den Tuffsteinhängen dieser Schlucht
findet man die sogenannten Sassi. Diese jahrtausendealten,
eng verschachtelten und übereinander gebauten
Höhlenwohnungen mit schmalen Treppenwegen vermitteln einen
faszinierenden Einblick in die Geschichte. Aus diesem Grund
wurden die Sasso Barisano und Sasso Caveoso 1993 unter den
Schutz der UNESCO gestellt und zum Weltkulturerbe erklärt.
Auch zahlreiche Felsenklöster und -kirchen mit gut
erhaltenen Fresken gibt es hier zu besichtigen. Insgesamt
sind es rund 120 (!), von denen einige noch aus dem 6. Jh.,
die meisten jedoch aus dem 10. oder 11. Jh. stammen.
Die Küste südwestlich von Taranto ist von dem
industriellen Inferno rund um die Provinzhauptstadt bislang
wenig beeinträchtigt. Die Strände an der Sohle des
italienischen Stiefels sind kilometerlang, bis zu 100 Meter
breit und werden von Wacholderdünen und Pinetawäldern
begrenzt.
Die Region ist touristisch wenig erschlossen, es gibt nur
wenige Badeorte. Der grö§te davon ist Castellaneta Marina,
etwa 25 km westlich von Taranto. Er besteht aus weitläufigen
Ferienhaussiedlungen, diversen Strandbädern, Bars und
Restaurants. Im Hinterland liegt die moderne Ferienanlage
Villaggio Valentino, quasi eine Retortenstadt mit 5 km
Privatstrand und Apartments, Sportanlagen, Stadion,
Restaurants und Supermarkt auf 1.500 ha.
Etwas weiter südlich kurz hinter der Provinzgrenze liegt
Metaponto an der Basilikata-Küste. Der Ort wurde im
7. Jh. v. Chr. von griechischen Siedlern an der Mündung des
Basento gegründet. Drei verschiedene Ausgrabungsstätten
zeugen heute von dem früher bedeutenden Zentrum des Magna
Graecia. Das hiesige Museo Archeologico Nazionale verfügt
über eine bedeutende griechisch-römische Sammlung.
Lido di Metaponto ist ein moderner Badeort mit
feinem, weitem Sandstrand, Hotels, Ferienhäusern und
Restaurants. Der Strand ist wegen seines flach abfallenden
Wassers bei Familien sehr beliebt und - wie alle Strände in
Süditalien - während der kurzen, aber heftigen Saison von
Mitte Juli bis Mitte September reichlich gefüllt. |